Schon Plato wusste: „Denken ist das Selbstgespräch mit der Seele.“ Wer also auf der Suche nach sich selbst ist, muss zuerst einmal darüber nachdenken. Was banal klingt, ist jedoch eine Aufgabe, die Menschen ihr ganzes Leben hindurch beschäftigen kann. Denn das, was wir als Seele bezeichnen, ist ein komplexes Konstrukt, das sich verändert, ja, lebt. Genauso wie auch wir selbst leben. Und mit jedem Tag, mit jeder neuen Erfahrung verändert sich auch unser tiefstes Inneres. Doch nicht immer hören wir auf unsere innere Stimme oder machen Dinge, die gut für unsere Seele sind. Vielleicht auch, weil wir einfach nicht verstehen, was wir da hören. Wie findet man also zu sich selbst?

Geisteserweiternd – die Hoffnung auf den leichten Weg

Viele Menschen glauben, dass sie vor allem mithilfe von Medizin oder Drogen einen anderen Bewusstseinszustand erreichen können. Besonders beliebt ist derzeit der Ayahuasca-Tee aus Südamerika. Durch besonders starke halluzinogene Eigenschaften versetzt er Konsumenten in eine Art Trance. Das Ergebnis ist Berichten zufolge eine Abfolge von Visionen, Bildern und Erinnerungen. Splitter aus dem Verstand, jedoch unzusammenhängend und unter anderem stark verstörend. Bei einigen Konsumenten soll der Tee sogar schwere Psychosen ausgelöst haben, ähnlich wie es Marihuana oder andere chemische Drogen auch können. Auf der Suche nach der eigenen Seele sind Drogen ein zweischneidiges Schwert. Sie können eine Türe aufstoßen – jedoch kann hinter dieser Türe auch eine Falltüre warten.

Der schnellste Weg ist der lange Weg

Die Reise zur Seele ist ein langer Weg. Denn er erfordert vor allem Geduld. Nur wer Stress, Hektik und Termindruck aussperrt, kann wirklich zur Ruhe kommen. Und gerade diese Ruhe ist es, die wir brauchen, um die oft leise Stimme unserer Seele zu hören. Wir haben verlernt, unsere Gedanken schleifen zu lassen, und in einer Welt, die immer schneller und immer lauter wird, wird nur der gehört, der am lautesten schreit. Und leider ist das eher unser Handy als unsere Seele.